OSZE – Aktuelles aus der Ukraine

osze_fallout_ukraineAktuelles aus der Sonder-Monitoring Mission (SMM) der OSZE in der Ukraine

Quelle: Durch OSZE veröffentlichte offizielle Pressemitteilung auf Basis von Informationen bis 20. Juli 2014 18:00 Uhr Kiewer Zeit: http://www.osce.org/ukraine-smm/121485

In Charkiv wurde eine Krisenmanagementzentrale eingerichtet und Hotelzimmer stehen für Fachleute internationaler Untersuchungskommissionen zur Verfügung.

Zunächst hatte die OSZE Mission (SMM) nur teilweisen Zugang zur Absturzstelle des Malaysia Airlines Flug MH17, seit 20. Juli ist jedoch voller Zugang möglich.

Am 18. und 19. Juli wurde durch OSZE Mitarbeiter Beschuss der Stadt Lugansk festgestellt. Bei Begehung der Stadt wurden unter Anderem im Stadtzentrum Krater direkt neben einer Bushaltestelle gesehen, viele zerbrochene Fenster, Schrapnell-Fragmente in Wänden nahegelegener sechsgeschossiger Gebäude, sowie Blut und Körperteile auf Bürgersteig und auf der Strasse. Am Stadtrand wurden mehrere komplett zerstörte Häuser gesehen, sowie Reste einer Rakete unbekannter Art.

Laut Informationen der Rettungskräfte der Stadt Lugansk sollen am 17. und 18. Juli 20 Menschen in der Stadt getötet und 150 Menschen verletzt worden sein. Fünf der Opfer seien Frauen gewesen und alle übrigen, bis auf einen Zivilisten. Im Leichenschauhaus wurden ein Mann und eine Frau beim Transport eines Kindersarges gesehen.

Das ukrainische Militär bestreitet trotz aller Schäden und Opfer den Beschuss der Stadt durch Militär.

An der Absturzstelle hatte die SMM zuerst keinen unbeschränkten Zugang, auch war das Gebiet nicht weiträumig abgesperrt. Beobachtet wurde auch die Bergung von Leichen und Körperteilen sowie deren Transport zu einem Kühlhaus und Eisenbahnwagen in Tores. Vor Bergung der Opfer in Leichensäcken seien diese durch Bergungskräfte fotografiert bzw. mit Videokameras gefilmt worden, um die Fundorte zu dokumentieren. Seit 20. Juli ist der Absturzort uneingeschränkt zugänglich und die Absperrung verbessert.

In der Provinz Odessa wurde am Morgen des 19. Juli eine Demonstration von rund 200 Menschen beobachtet, die über die Entfernung eines Denkmals zu Ehren der am 2. Mai in Odessa umgekommenen Menschen verärgert waren. Die örtliche Polizei war stark präsent, Zwischenfälle wurden nicht beobachtet. In der Region Czernowitz wurde durch die neu ernannte Polizeiführung mitgeteilt, dass die Polizei der Region mit Offizieren aus der ganzen Ukraine aufgefüllt würde, auch in Slawiansk und der Region Donetzk. In der Region Iwano-Frankiwsk wurde mitgeteilt, dass eine Reihe aus Slawiansk geflüchteter Personen durch ukrainische Streitkräfte dorthin zurücktransportiert worden seien.

Video: OSZE Mitarbeiter in Lugansk
http://youtu.be/aj05rWgTJCA