Ukraine: Hickhack um Hilfskonvoi

keinhilfskonvoi310Ukraine lässt Hilfskonvoi nicht ins Land

Seit einiger Zeit fordert Russland humanitäre Hilfe für die Menschen im Donbass, die teilweise seit über einer Woche ohne jede Versorgung sind. In Lugansk und Donezk gibt es seit 8 Tagen weder Strom noch Telefon, teilweise nicht einmal Wasser. Lebensmittel und Medikamente kommen nicht mehr in die Stadt und Löhne wie Renten werden schon längere zeit nicht mehr ausgezahlt. Es droht eine humanitäre Katastrophe. der russische Vorstoss im Weltsicherheitsrat wurde von USA und Ukraine blockiert. Die Bundesregierung hat zwar einige Millionen für humanitäre Hilfen beschlossen, macht die Umsetzung aber von Gesprächen abhängig, die ständig verschleppt werden.

Schliesslich kam nach mehreren Tagen Hickhack, Einfuhr von Hilfsgütern als getarnte Invasion zu werten und Leugnung der humanitären Katastrophe und Not hunderttausender Menschen in ständig beschossenen Städten, gestern die Meldung, Russland und Ukraine hätten sich auf ein Prozedere unter Leitung des Internationalen Roten Kreuzes geeinigt, Obama habe dem auch zugestimmt und ein Konvoi von 280 russischen Lastwagen brach von Moskau aus auf.

Nun folgen weitere in den Weg gelegte Steine seitens des IRK, das zuerst eine Menge an Papierkrieg erledigt sehen will (genaue Angaben über Ihnalt, Weg, Empfänger und Lagerung am Empfangsort) und die letztlich wieder einmal ukrainische Entscheidung, die bereits auf dem Weg befindlichen Hilfsgüter gar nicht ins Land zu lassen.

Siehe auch
http://www.sueddeutsche.de/politik/konflikt-in-der-ukraine-kiew-will-russischen-hilfskonvoi-nicht-ins-land-lassen-1.2086791

Laut „Stimme Russlands“ fordert die Ukraine, die Hilfsgüter noch auf russischem Boden in ukrainische LKW umzuladen und dann selbst die Verteilung der Hilfsgüter zu übernehmen. Das IRK solle zu diesem Zweck die LKW von der Ukraine mieten, man will also offenbar daran verdienen. Die Hilfsgüter sind jedoch vor allem für die Städte Donezk und Lugansk bestimmt, in denen ukrainische Organisationen derzeit überhaupt keine Möglichkeit besitzen, etwas zu verteilen, da beide Städte nach wie vor von der Volkswehr des Donbass gehalten werden. Damit könnten unter diesen Umständen die Hilfsgüter die Menschen, für die sie bestimmt sind, gar nicht erreichen.

Siehe auch:
http://german.ruvr.ru/news/2014_08_12/Kiew-lasst-russische-Lkw-nicht-uber-Grenze-7292/

Es stellt sich auch die Frage nach dem Zweck der Umladung. Angesichts dessen, dass die ukrainische Armee mehrfach Kampfhubschrauber mit illegal angebrachter UN Kennung im Bürgerkriegsgebiet eingesetzt hat, wäre durchaus ein Einsatz als eine Art „Trojanisches Pferd“ denkbar, um die Verteidigungslinien der Städte Donezk und Lugansk zu überwinden.

Siehe auch:
http://www.kyivpost.com/content/ukraine/info-resist-ukrainian-helicopter-with-un-symbols-in-slovyansk-turned-out-to-be-from-congo-348225.html

Die dringend notwendigen humanitären Hilfsgüter für die Bevölkerung von Donezk und Lugansk, die seit Wochen unter ständigem Beschuss durch Artillerie und Bomben stehen,  kommen jedenfalls weiterhin nicht durch.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte nach einem Treffen mit dem britischen Minister-Kollegen Fallon, dass Hilfen für die Menschen in der Region unter Kontrolle der Ukraine bleiben müssten. Das heisst, dass die Verursacher der Not bestimmen dürfen, wer Hilfe erhält und wer nicht. Dabei ist nicht nachvollziehbar, wie die ukrainische Führung Hilfslieferungen in Städte realisieren möchte, in denen sie keine Kontrolle hat und die sie weiterhin beschiessen und bombardieren lässt.

Siehe auch:
http://de.reuters.com/article/topNews/idDEKBN0GC1EV20140812

Nach neueren Meldungen soll die Ukraine nun doch den Hilfskonvoi in die Region Donbass genehmigt haben, besteht aber weiter auf Federführung des IRK. Ukraine und USA überschlagen sich weiterhin mit Misstrauen gegen russische Hilfslieferungen und reden von möglichem Missbrauch für eine getarnte Invasion der Ukraine. Es handelt sich laut RIA Nowosti insgesamt um 2000 Tonnen, darunter Medikamente, Nahrungsmittel, Schlafsäcke und Stromgeneratoren für die Menschen in der umkämpften Ostukraine. Die Ladung war von Bürgern in Moskau und im Umland gesammelt worden.

Siehe auch:
http://german.ruvr.ru/news/2014_08_12/Lawrow-Ukraine-akzeptiert-russischen-Hilfskonvoi-7211/

sowie
http://www.focus.de/politik/ausland/umstrittene-hilfe-in-ukraine-krise-russischer-hilfskonvoi-auf-dem-weg-in-die-ostukraine_id_4053890.html